1881

Stefan Zweig wird am 28. November als zweiter Sohn des Textilfabrikanten Moritz Zweig (1845-1926) und seiner Frau lda. geb. Brettauer (1854-1958), in Wien geboren. Die mechanische Weberei Moritz Zweigs hatte ihren Standort in Ober-Rosenthal bei Reichenberg (heute Liberec) in Nordböhmen und ihre Wiener Niederlassung in der Eßlinggasse 15. Wien I.





1887- 1892

Besuch der Volksschule in der Werdertorgasse, Wien I.



1892-1900

Schulbesuch im Maximiliangymnasiun, (dem heutigen Wasagymnasium, im neunten Wiener Gemeindebezirk.

Grossmutter Nanette Zweig Grossvater Hermann Zweig
Wien I, Rathausstraße 17,
hier wohnte die Famiele seit 1895


ab 1897

Erste Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften. u. a. in "Deutsche Dichtung (Berlin) und "Die Gesellschaft" (München).



1900

Nach der Matura erste Reise nach Frankreich.



1900-1904

Studium an der Universität Wien Studienrichtung Philosophie. Germanistik und Romanistik.



Universität Wien
1901

Erste Buchveröffentlichung: "Silberne Saiten", Gedichte, im Verlag Schuster & Löffler, Berlin.



1902

Stefan Zweig verbringt das Sommersemester 1902 an der Universität in Berlin. Kontakte zum Schriftstellerkreis "Die Kommenden". Erster Beitrag für das Feuilleton der "Neuen Freien Presse" in Wien, deren Mitarbeiter er bis 1938 bleiben wird. Bekanntschaft mit Theodor Herzl. Reise nach Belgien, Beginn der Freundschaft mit Emile Verhaeren. Stefan Zweigs Übersetzungen der Gedichte Baudelaires werden veröffentlicht.



1904

Abschluß des Studiums mit einer Dissertation über Hippolyte Taine. Der erste Band mit Erzählungen erscheint: "Die Liebe der Erika Ewald" in Berlin. Längerer Aufenthalt in Paris. Begegnung mit Rilke und Rodin. Reisen zu Verhaeren nach Belgien. Reise nach England.



1905

Reise nach Spanien und Algier. Die Monographie über Paul Verlaine wird veröffentlicht.



1906

Der zweite Gedichtband erscheint: "Die frühen Kränze" im Insel-Verlag, Leipzig. Viermonatiger Aufenthalt in England.



1907

Übersiedlung in die erste eigene Wohnung, Kochgasse 8. Wien VIII. Das Theaterstück "Tersites" wird veröffentlicht. Die Uraufführung, ursprünglich für das Königliche Schauspielhaus in Berlin geplant, findet in November 1908 gleichzeitig in Dresden und Kassel statt. ."Rimbaud: Leben und Dichtung" erscheint im Insel-Verlag.



1908/1909

Fünfmonatige Reise nach (Ceylon, Gwalior, Kalkutta. Benares, Rangun und Hinterindien.



1911

Zweigs mehrjährige Tätigkeit, das Werk des belgischen Dichters Emil Verhaeren deutschsprachigen Lesern bekannt zu machen, findet den Abschluß In einer zweibändigen deutschen Werk-Ausgabe und einer monographischen Studie Reise nach Paris, erste Begegnung mit Romain Rolland.



1910

Reise in die USA, nach Kanada, Kuba und Puertorico. Der Er- zählungsband "Erstes Erlebnis. Vier Novellen aus Kinderland" erscheint.



1912

Uraufführung des Einakters "Der verwandelte Komödiant" in Breslau (5. Mai). Uraufführung des Theaterstücks "Das Haus am Meer" am Wiener Burgtheater (26. Oktober`). Beginn der Freundschaft mit Friderike Maria von Winternitz, geb. Burger.

Stefan Zweig, etwa 1912


1913

Die Novelle "Brennendes Geheimnis" erscheint im Leipziger Insel-Verlag.



1914

Stefan Zweig meldet sich bei Kriegsausbruch freiwillig zum Militär und wird am 1. Dezember ins Kriegsarchiv überstellt. Mitarbeit an diversen Propagandaschriften des Kriegsarchivs und an der patriotischen Zeitschrift "Donauland".




1915

Dienstreise an die galizische Front.



1916/1917

In diesen Jahren wohnen Friderike von Winternitz und Stefan Zweig von Frühjahr bis Herbst in Kalksburg, am südlichen Stadtrand Wiens. Kauf des Hauses auf dem Kapuzinerberg in Salzburg.







1917

Stefan Zweig wird Teilhaber der Firma Moritz Zweig. Aus einem- zweimonatigen Beurlaubung vom Militärdienst zu Vorträgen in der Schweiz wird ein eineinhalbjähriger Aufent- halt. Kontakte zu pazifistischen Schriftstellern aus Deutschland. Frankreich und der Schweiz. Begegnungen mit James Joyce. Hermann Hesse, Rene Schickele, Anette Kolb, Pierre-Jean Jouve und Frans Masereel u. a.



1918

Premiere des Theaterstücks "Jeremias" am neuen Stadttheater in Zürich (27. Februar). In Hamburg wird das Theaterstück "Legende eines Lebens" uraufgeführt. (25. Dezember) Stefan Zweig übersetzt Romain Rolland Roman "Clerambault" und sein Theaterstück "Die Zeit wird kommen". Im März gemeinsam mit Friderike von Winternitz für ein Jahr im Hotel Belvoir, Rüschlikon bei Zürich. Hier wird der Dostojewski-Essay verfaßt.



1919

Ende März Rückkehr nach Österreich. Übersiedlung nach Salzburg, in das Haus auf dem Kapuzinerberg 5. Im Wiener Volkstheater wird das Stück "Jeremias" aufgeführt (9. Oktober).




1920

Eheschließung mit Friderike von Winternitz im Wiener Rathaus. Die Erzählung "Der Zwang" erscheint, außerdem "Drei Meister", ein Band mit Essays über Balzac, Dickens und Dostojewski.




Friderike Maria von Winternitz(1882-1971),
Stefan Zweigs erste Frau, 1920


1922

Die Monographie "Romain Rolland - Der Mann und das Werk" erscheint im Verlag Rütten & Loening in Frankfurt am Main. Der Erzählungsband ,,Amok". "Novellen einer Leidenschaft" wird veröffentlicht, außerdem eine von Stefan Zweig herausgege- bene Ausgabe der Werke Paul Verlaines. Die Legende "Die Augen des ewigen Bruders" erscheint in der Insel-Bücherei und wird rasch zu einem populären Buch.



1923

Stefan Zweigs monographische Studie "Frans Masereel. Der Mann und Bildner" wird im Axel Juncker-Verlag, Berlin, veröf- fentlicht.



1924

Im Insel-Verlag, Leipzig, erscheinen "Die gesammelten Ge- dichte" Stefan Zweigs. In Paris erste Begegnung mit Salvador Dali.



1925

Der zweite Band der großen Essays über Hölderlin, Kleist und Nietzsche wird veröffentlicht: "Der Kampf mit dem Dämon". Lesereise durch Deutschland. Frankreichaufenthalt.



1926

Tod des Vaters. Das Theaterstück "Volpone" (nach Ben Jonson), Zweigs erfolg- reichstes Stück, erscheint als Buch. Vortragsreise durch Deutschland. Uraufführung von "Volpone" am Burgtheater Wien (6. Novem- ber).



1927

Der Novellenband "Verwirrung der Gefühle" erscheint, ebenso die "Sternstunden der Menschheit". Im Residenztheater München Gedächtnisrede für Rainer Maria Rilke. In der Sowjetunion wird eine zehnbändige Werkausgabe Stefan Zweigs herausgegeben. Maxim Gorki schreibt dazu das Vorwort.



1928

Die erste Biographie Stefan Zweigs (Autor: Erwin Rieger) wird veröffentlicht. Der dritte Band der großen Essays (über Casanova, Stendhal und Tolstoi) erscheint unter dem Titel .,Drei Dichter ihres Lebens". Frankreich- und Belgien-Reise. Reise in die Sowjetunion zur Feier des 100. Geburtstags von Leo Tolstoi.



1929

,,Joseph Fouche "Bildnis eines politischen Menschen" erscheint, ebenso das Theaterstück " Das Lamm der Armen" Uraufführung 1930 in Breslau und der Novellenband "Kleine Chronik". Vortragsreise durch Deutschland und Belgien. Gedächnisrede bei der Trauerfeier für Hugo von Hofmannsthal im Wiener Burgtheater.



1930

Große Italienreise, Besuch bei Maxim Gorki in Sorrent. Begegnung mit Albert Schweizer in Günsbach. Zweigs Theaterstück "Das Lamm des Armen" wird in Breslau, Hannover, Lübeck, Prag und Wien gespielt.



1931

Auftrag für das Libretto zur Oper "Die schweigsame Frau". Frankreichreise, Besuch bei seinem Freund Joseph Roth. Der vierte Essayband "Die Heilung durch den Geist" (über Sigmund Freud, Anton Mesmer und Mary Baker-Eddy) erscheint.



1932

,,Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters" erscheint im Insel-Verlag, Leipzig. Reisen nach Frankreich und Italien, Vorträge in Florenz und Mailand.



1933

Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten, bei denen auch Stefan Zweigs Bücher verbrannt werden. In Deutschland dürfen seine Veröffentlichungen nicht mehr vertrieben werden. Bis 1938 erscheinen Zweigs Bücher im Verlag von Herbert Reichner, Wien. In Basel Vorarbeiten zu "Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam". Reise nach Frankreich und Italien. Im Herbst längerer Aufenthalt in London, wo Zweig sich eine kleine Wohnung mietet (Portland Place 11).



1934

Nach der polizeilichen Hausdurchsuchung im Salzburger Haus übersiedelt Zweig nach London. Friderike bleibt in Salzburg. "Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam" erscheint. Lotte Altmann wird Zweigs Sekretärin ,gemeinsam mit ihr reist Zweig nach Schottland, um Material für die Biographie "Maria Stuart" zu sammeln. Im August Reise in die Schweiz und nach Salzburg. Die Auflösung des Salzburger Haushalts wird geplant.



1935 In Dresden Uraufführung der Oper "Die schweigsame Frau" von Richard Strauss, für die Stefan Zweig das Libretto verfaßt hatte. Kurz nach der Premiere wird die Oper in Deutschland verboten. Reise in die Schweiz, nach Frankreich. Vortragsreise in den USA. Die Biographie "Maria Stuart" wird veröffentlicht.



1936

In London Übersiedlung in eine größere Wohnung (Hallam Street 49). In Wien erscheinen in zwei Bänden die gesammelten Erzählungen Stefan Zweigs. Die religionsgeschichtliche Studie "Castellio gegen Calvin - Ein Gewissen gegen die Gewalt" wird veröffentlicht. Im August erste Reise nach Brasilien, zahlreiche Lesungen und Vorträge. Anschließend nach Argentinien zum PEN-Kongreß in Buenos Aires.



1937

In Wien erscheint ein Band mit gesammelten Aufsätzen. Vorworten, Reden u. ä. "Begegnungen mit Menschen. Büchern, Städten". Das Salzburger Haus wird verkauft. "Magellan. Der Mann und seine Tat" erscheint.



1938

Stefan Zweig fährt mit Lotte Altmann nach Portugal. Tod der Mutter. Im August Antrag auf britische Staatsbürgerschaft. Scheidung von Friderike im Dezember. Bei der nationalsozialistischen Bücherverbrennung in Salzburg werden auch Stefan Zweigs Bücher verbrannt. Vortragsreise durch 30 amerikanische Städte.



1939

Heirat mit Lotte Altmann, im Juli Übersiedlung von London nach Bath. Beginn der Arbeit an einer zweibändigen Biographie von Honore de Balzac. Der Roman "Ungeduld des Herzens" erscheint in London und in den beiden Exil-Verlagen Gottfried Bermann-Fischer, Stockholm, und Allert de Lange in Amsterdam. "Worte am Sarge Sigmund Freuds" am 26. 9., Krematorium von Golder`s Green, London.



1940

Lotte und Stefan Zweig beziehen in Bath ein eigenes Haus. Im März werden Lotte und Stefan Zweig britische Staatsbürger. Im April Reise zu einem Vortrag "Das Wien von gestern" im Theatre Marggny in Paris. In Paris Arbeit am "Balzac". Im Juli Reise mit Lotte von London nach New York, anschließend Vortragsreise durch Südamerika. Rückkehr nach New York. Letzte Begegnungen mit dem deutschen Exil-Schriftstellern. Arbeit an dem Buch "Brasilien. Land der Zukunft".



1941

In der Yale-Universität von New Haven Arbeit an der Amerigo-Vespucci-Biographie. 1944 erscheint sie unter dem Titel "Amerigo - Geschichte eines historischen Irrtums". Den Sommer verbringen Lotte und Stefan Zweig in Ossining im Staate New York. Die erste Fassung der Autobiographie "Die Welt von gestern", ursprünglicher Titel "Drei Leben", wird abgeschlossen. Ende August Reise nach Brasilien. In Petropohis bei Rio de Janeiro mieten Lotte und Stefan Zweig ein kleines Haus. Hier entsteht die "Schachnovelle". Eine Studie über Montaigne wird begonnen.



1942

Die Nachrichten über die Ausweitung des Weltkriegs führen zu einer schlimmer werdenden Depression. Am 22. Februar Freitod von Lotte und Stefan Zweig. Entgegen dem testamentarischen Wunsch erhält das Ehepaar Zweig ein Staatsbegräbnis am Friedhof von Petropolis. Im Mai 1942 beschließt die Wiener Universität, Stefan Zweig den Doktortitel abzuerkennen.